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Geschichte · 23. Juli 2026 · Nicca Schneider, Interior & Geschichte

Aktualisiert am 29. Juli 2026

Von der Pension zur Klinik zur Villa: 150 Jahre Geschichte der Villa

1868 Pension Joos, 1926 Villa Beaulieu, 1941 bis 2023 die Klinik Gut, seit 2026 wieder eine Villa für Gäste. Die Geschichte unserer Villa am St. Moritzersee.

Historische Aufnahme der Villa Beaulieu, 1926

Die Villa Beaulieu steht seit 1868 am selben Platz über dem St. Moritzersee und war in dieser Zeit vier verschiedene Häuser: eine Pension, eine Privatvilla, über achtzig Jahre lang die Klinik des Tals und seit 2026 wieder eine Villa für Gäste. Diese Schichten sind bis heute im Gebäude sichtbar. Wer weiss, wo er hinschaut, findet sie in jedem Stock.

1868: Pension Joos

Alles beginnt als Pension Joos, mitten in St. Moritz. Die Villa empfängt Reisende, die das Engadin überqueren, und wird in ihren frühen Jahren als bescheidenes Bed and Breakfast geführt.

St. Moritz ist damals im Aufbruch. Der Tourismus beginnt gerade, das Tal zu entdecken, und Häuser wie dieses sind die ersten Adressen für Gäste, lange bevor die grossen Hotelpaläste stehen.

1926: Gaudenz von Planta gibt der Villa ihren Namen

1926 kauft Gaudenz von Planta die Villa, Schriftsteller und Dichter, Mitglied der Bündner Familie von Planta. Er benennt es in Villa Beaulieu um, französisch für den schönen Ort.

Der Name ist keine Übertreibung. Die Villa blickt über den St. Moritzersee auf die umliegenden Gipfel, und genau dieser Ausblick prägt seinen Charakter bis heute. Aus dieser Zeit stammt auch die früheste bekannte Fotografie der Villa.

1941 bis 2023: die Klinik Gut

1941 beginnt das längste Kapitel. Die Villa wird zum Sitz der Klinik Gut, der bekannten alpinen Klinik des Engadins, und bleibt es über achtzig Jahre.

Generationen von St. Moritzern kamen hier zur Welt, wurden hier behandelt, warteten hier auf Nachricht. Für das Tal war diese Villa keine Adresse unter vielen, sondern die Klinik. Der Name Gut hat im Engadin bis heute Gewicht.

Wir haben in dieser Villa nichts erfunden. Wir haben freigelegt, was schon da war, und entschieden, was bleiben durfte.

— Nicca Schneider, Interior & Geschichte

2023 bis 2025: die stillen Jahre

Nach dem Auszug der Klinik steht die Villa leer. Zwei Jahre lang passiert nichts, und genau das hat es gerettet. Nichts wurde entkernt, nichts überstürzt modernisiert.

Als wir 2025 anfingen, fanden wir eine Villa vor, die ihre Substanz behalten hatte. Arvenholz an Decken und Wänden, alte Türen, Beschläge, die niemand ersetzt hatte.

Was aus der Klinik geblieben ist

Der Umbau war weniger Neubau als Auswahl. Was gut war, blieb.

  • Arvenholz an Decken und Wänden, besonders im obersten Stock. Es riecht bis heute danach.
  • La Contessa, einst das Wohnzimmer von Grossmutter Gut, heute ein Eckzimmer von 21 bis 24 Quadratmetern mit dem wohl schönsten Blick der Villa.
  • Türen als Möbel. In Il Conte dient eine geschnitzte Tür als Kopfteil, in La Stalla ein historisches Scheunentor.
  • Die Raumaufteilung. Wo Sprechzimmer lagen, liegen heute Zimmer. Die Wände blieben, wo sie waren.
  • Die Namen. Jedes der dreizehn Zimmer und Suiten trägt einen eigenen Namen statt einer Nummer.

Seit 2026: wieder eine Villa für Gäste

Im Dezember 2025 beginnt die Wiederbelebung leise, mit dem Soft Opening von Le Bar. Seit 2026 ist die ganze Villa offen: acht Zimmer, fünf Suiten, eine Bar, die lange offen bleibt, eine Sonnenterrasse über dem See und ein Programm, das vom Tal geprägt ist.

Wo früher die Sprechzimmer lagen, sitzt man heute abends bei einem Glas beisammen. Der Ballroom fasst bis zu 70 Sitzplätze für Konzerte, Talks und Dinner. Das ist kein neu gebautes Hotel, sondern eine Villa mit Erinnerung, das man weiterbenutzt.

Warum das für Ihren Aufenthalt zählt

Häuser mit Geschichte lassen sich nicht nachbauen. Sie haben schiefe Wände, unterschiedlich grosse Zimmer und Ecken, die kein Architekt so gezeichnet hätte.

Wer das mag, wohnt hier richtig. Die ganze Zeitachse mit Bildern steht unter Die Geschichte, die Villa selbst unter Die Villa. Wie sich St. Moritz um diese Villa herum entwickelt hat, ist bei Engadin St. Moritz nachzulesen.

Wenn Sie mehr über einzelne Räume wissen möchten, schreiben Sie uns. Zu fast jedem Zimmer gibt es eine Geschichte, die nicht auf der Website steht.

Häufige Fragen

Was war die Villa Beaulieu, bevor sie ein Hotel wurde?
Ab 1868 die Pension Joos, ab 1941 die Klinik Gut, die bekannte alpine Klinik des Engadins. Seit 2026 ist die Villa wieder eine Villa für Gäste.
Wann wurde die Klinik Gut eröffnet?
1941, am selben Standort über dem St. Moritzersee. Über achtzig Jahre lang, bis 2023, wurde von hier aus das Tal versorgt.
Woher kommt der Name Villa Beaulieu?
Von Gaudenz von Planta, der die Villa 1926 kaufte. Er war Schriftsteller und Mitglied der Bündner Familie von Planta und gab der Villa den französischen Namen für den schönen Ort.
Seit wann ist die Villa Beaulieu ein Hotel?
Das Soft Opening begann im Dezember 2025 mit Le Bar, seit 2026 ist die ganze Villa mit dreizehn Zimmern und Suiten offen.
Ist von der alten Klinik noch etwas erhalten?
Ja, sehr viel. Das Arvenholz, Türen, Beschläge und die Raumaufteilung im obersten Stock. La Contessa war das Wohnzimmer von Grossmutter Gut.
Kann man die Villa Beaulieu besichtigen?
Le Bar und Le Jardin stehen allen offen, auch ohne Übernachtung. Für die Zimmer schreiben Sie uns am besten kurz, wir zeigen sie gerne.
Wie alt ist die Villa?
Der Ursprungsbau geht auf 1868 zurück. Damit ist die Villa über 150 Jahre alt und älter als die meisten Hotels in St. Moritz.